Buch: Resilienter Journalismus

Wie wir den öffentlichen Diskurs widerstandsfähiger machen

Robust durch schwierige Zeiten zu kommen, ist zur Schlüsselkompetenz geworden. In Krisenzeiten steigt der Informationsbedarf. Doch viele Menschen sind von ihrer Mediennutzung – insbesondere der Nutzung digitaler Medien – gestresst, manchmal sogar regelrecht überfordert. Nicht selten ziehen sie sich aus dem öffentlichen Diskurs zurück.

Aber wie können Medienschaffende und Mediennutzer mit dem permanenten Ausnahmezustand umgehen? Wie werden die Menschen resilienter in ihrer digitalen Mediennutzung? Und was muss getan werden, damit der Journalismus selbst robuster durch die vielfältigen Krisen kommen kann?

Bei dieser Frage setzen Matthias Daniel und Stephan Weichert mit dem von ihnen herausgegebenen Buch Resilienter Journalismus. Wie wir den öffentlichen Diskurs widerstandsfähiger machen an.

Den Herausgebern ist es gelungen, 40 kluge Positionen zu versammeln, die sich für einen widerstandsfähigen Journalismus stark machen. Sie reflektieren seine aktuellen Potenziale und Probleme. Es geht etwa um das Engagement des Journalismus gegen die Klimakrise, neue Spielarten des Lokaljournalismus, redaktionelles Chance statt Change Management, berufsethische Zwickmühlen und den Dialog mit dem Publikum.

Zu den Autor:innen gehören erfahrene Medienprofis, journalistische Gründer:innen, Nachwuchstalente, Autodidakt:innen, renommierte Wissenschaftler:innen sowie Führungskräfte: Stephan Anpalagan, Dennis Ballwieser, Wolfgang Blau, Ingrid Brodnig, Sophie Burkhardt, Astrid Csuraji, Matthias Daniel, Marianna Deinyan, Nicole Diekmann, Carsten Fiedler, Felix Friedrich, Paul Haase, Frauke Hamann, Barbara Hans, Mark Heywinkel, Tanja Köhler, Tanja Krämer, Leif Kramp, Nicola Kuhrt, Stephan Lamby, Verena Lammert, Christian Lindner, Stella Männer, Alexander Marinos, Christian Meier, Jon Mendrala, Daniel Moßbrucker, Dario Nassal, Anna Paarmann, Marc Rath, Maximilian Rosch, Stephan Russ-Mohl, Christian Sauer, Isa Sonnenfeld, Björn Staschen, Meena Stavesand, Peter Turi, Maren Urner, Anke Vehmeier, Jakob Vicari, Alexander von Streit, Ronja von Wurmb-Seibel und Stephan Weichert.

Das Buch richtet sich an alle Medienschaffenden und Mediennutzer:innen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Journalismus – und damit auch der öffentlichen Diskurs – widerstandsfähiger, resilienter werden kann.

Ressourcen zum Buch

„In der Krise verstärkt sich auch die Wahrnehmung der Medien als Verkünder politischer Entscheidungen und als Verkäuferin von Utopien und Dystopien. Zugleich erscheint der konstruktive Journalismus als ein geeignetes Vehikel, auch den Unmut der Menschen im Umgang mit der Krisensituation zu artikulieren.“
Beitrag: Den konstruktiven Bogen bloß nicht überspannen (journalist.de)

„Nachrichtenvermeidung erfordert aktives Handeln. Der passive Mediennutzer ist gefangen im linearen Lauf des Tages.“
Beitrag: Der Info-Link zur Demokratie (journalist.de)

„Als 2020 ab Mitte März die erste Welle der COVID-19-Pandemie das Leben lahmlegte, entdeckten die Lokalredaktionen in Deutschland den echten Lokaljournalismus wieder“
Beitrag: Die Wiederentdeckung des Lokaljournalismus (journalist.de)

„Der Journalismus wäre besser, wenn er auf Ebene der Medienorganisationen – also insbesondere Verlage und öffentlich-rechtliche Sender – mehr IT-Sicherheit wagte.“
Beitrag: Knappe Budgets und Bequemlichkeit sind die Feinde der IT-Sicherheit (journalist.de)

„Es kommt jetzt darauf an, den Kulturwandel weiterzutreiben, den Corona beschleunigt hat.“
Beitrag: Auf dem Weg Richtung New Work (journalist.de)

„In großen Redaktionen sollte mindestens immer ein Wissenschaftsjournalist sitzen.“
Beitrag: Rettungsboot Wissenschaftsjournalismus – und was uns nach der Pandemie erwartet (journalist.de)

„Der Zweifel, ein so wichtiges journalistisches Werkzeug, scheint mir grundsätzlich und generationenübergreifend in Verruf gekommen zu sein.“
Beitrag: Lob des Zweifels (journalist.de)

„Eine kluge Formatentwicklung bereitet sich darauf vor, dass Persona Nora trotz passgenauem Instagram-Produkt keine Abo hinterlässt, keinen Post liket und kommentiert.“
Beitrag: Wenn das neue Format der Topfpflanze nicht gefällt (journalist.de)

„Es ist unklar, wie es mit jemandem wie Elon Musk an der Spitze von Twitter gelingen soll, unsere Diskurskultur respektvoller, empathischer und wertschätzender zu gestalten.“
Beitrag: Wir benötigen eine Bullshit-Resilienz (journalist.de)

„Transformation ist ein Begriff, der nicht in jedem Redaktionsmitglied positive Gefühle weckt.“
Beitrag: Viel konsequenter digital ausrichten (journalist.de)

„Die Community in sozialen Netzwerken ist Segen und Fluch zugleich.“
Beitrag: Ein Plädoyer fürs Community-Management (journalist.de)

Verena Lammert

„Die Corona-Pandemie ist für den Journalismus eine dringend benötigte Intervention.“
Beitrag: Fragen, was wirklich wichtig ist (journalist.de)

Matthias Daniel / Stephan Weichert (Hrsg.)
Resilienter Journalismus. Wie wir den öffentlichen Diskurs widerstandsfähiger machen
2022, 344 S., 6 Abb., Broschur, 213 x 142 mm, dt.
ISBN (Print) 978-3-86962-630-7 | 24,00 EUR
ISBN (PDF) 978-3-86962-631-4 | 20,99 EUR
ISBN (ePub) 978-3-86962-632-1 | 20,99 EUR

„Globale Krisen und eine komplexe Welt sind für den Journalismus eine Herausforderung. Es braucht einen langfristigen Blick, neue Strukturen in Redaktionen und in Arbeitsprozessen.“

„Das Vertrauen in den öffentlichen Diskurs ist stark rückläufig, viele Menschen sind aufgrund der Krisenlage und ihrer Darstellung in den Medien ausgebrannt. Wir müssen als Medienschaffende schon im eigenen Interesse dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft robuster im Umgang mit Krisen wird.“