Soziale Innovation fördern, Zukunft resilient gestalten
18. März 2026, 12:30-19:30 Uhr
Ob der ländliche Raum zukunftsfähig bleibt, entscheidet sich nicht nur an Glasfaser und Förderprogrammen – sondern in den Rathäusern. Denn Verwaltungen sind weit mehr als Zuständigkeiten und Aktenläufe: Sie können demokratische Motoren für soziale Innovation sein.
Mit dem Projekt „Innovative Verwaltung“ erforscht das VOCER-Institut für Digitale Resilienz, wie Verwaltungen im ländlichen Raum gestärkt werden können, um Wandel gemeinsam mit Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zu gestalten. Im Fokus steht nicht Technik um der Technik willen, sondern eine zentrale Frage der KI-Resilienz: Wie bleibt Verwaltung unter Druck legitim, souverän und handlungsfähig – wenn Digitalisierung und Künstliche Intelligenz Entscheidungen, Prozesse und Verantwortlichkeiten verändern?
Dazu arbeiten wir mit unseren Verbundpartner:innen in den Landkreisen Herzogtum Lauenburg und Ludwigslust-Parchim mit Praxisformaten, Reallaboren und Reflexionsräumen. Ziel ist ein übertragbares Orientierungswissen: für eine kooperative, lernfähige und resiliente Verwaltung im ländlichen Raum.
Am 18. März 2026 bringen wir in Ratzeburg Verwaltung, Politik und kommunale Praxis an einen Tisch. Im Workshop „Innovative Verwaltung im ländlichen Raum – soziale Innovation zwischen Digitalisierung, KI und Kooperation“ geht es um Handlungsfähigkeit im ländlichen Raum – zwischen Digitalisierung, KI und wachsendem Erwartungsdruck. Dabei geht es um die Frage, wie KI-Resilienz in der Verwaltung entstehen kann: durch Klarheit, Verantwortung und neue Formen der Zusammenarbeit.
Im Mittelpunkt steht der Austausch auf Augenhöhe: Welche Spannungen prägen den Alltag? Wo entstehen neue Abhängigkeiten – und wo liegen ungenutzte Gestaltungsspielräume? Der Workshop ist bewusst kein Vortrag, sondern ein gemeinsamer Denk- und Arbeitsraum. Abgerundet wird der Tag durch ein Dorf Dialog Dinner als informelles Dialogformat.
Mit Referentin Caroline Paulick-Thiel und Amtsleiter Werner Rütz.


Wie wird der ländliche Raum „enkeltauglich“ – also zukunftsfähig, lebenswert und resilient? Eine zentrale Rolle spielt dabei eine oft unterschätzte Akteurin: die öffentliche Verwaltung. Denn Kommunen sind nicht nur zuständig für Abläufe und Zuständigkeiten – sie können auch Motoren für soziale Innovation sein.
Mit dem Projekt „Innovative Verwaltung“ untersucht das VOCER-Institut für Digitale Resilienz, wie Verwaltungen im ländlichen Raum systematisch befähigt werden können, Veränderungsprozesse aktiv und gemeinsam zu gestalten – mit Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Im Mittelpunkt steht dabei ein besseres Verständnis öffentlicher Innovationen: also der Fähigkeiten, mit und für die Gesellschaft neue Lösungen zu entwickeln, Vertrauen in den Kommunen aufzubauen und insgesamt handlungsfähig zu bleiben.
Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Effizienz oder Digitalisierung. Sondern um eine grundlegendere Frage: Wie bleibt Verwaltung – auch unter Druck und in Krisenzeiten – demokratisch legitimiert und souverän? Und wie kann KI-Resilienz entstehen, wenn Künstliche Intelligenz zunehmend Entscheidungen, Arbeitsprozesse und Verantwortlichkeiten verändert?
Gemeinsam mit Partnern aus dem Landvorteil-Verbund arbeitet VOCER beispielhaft in den Regionen Herzogtum Lauenburg und Ludwigslust-Parchim. Dazu sammeln und verdichten wir Erfahrungen aus der Verwaltungspraxis, spiegeln sie zurück und erproben neue Gesprächs- und Entscheidungsräume – bevor die Erkenntnisse am Ende für andere Regionen nutzbar gemacht werden.
So entstehen in Workshops, Interviews, Ergebniswerkstätten und lokalen Reallaboren konkrete Prototypen, Reflexionsformate und übertragbare Prinzipien für eine innovative Verwaltungspraxis. Ziel ist es, Verwaltungen nicht nur digital agiler, sondern vor allem kooperativer, lernfähiger und resilienter zu machen – als demokratische Katalysatorinnen für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

Dr. Leif Kramp ist Medien- und Journalismusforscher sowie Forschungskoordinator des Zentrums für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI), Universität Bremen. Kramp ist Gründungsvorstand des Vereins für Medien- und Journalismuskritik e.V., der die VOCER-Bildungsprogramme trägt. In seiner Arbeit verbindet er wissenschaftliche Analyse mit praxisnaher Kooperation in Projekten mit Medienhäusern, Stiftungen und öffentlichen Institutionen. Er begleitet Transformationsprozesse in Redaktionen und Organisationen, analysiert strukturelle Veränderungen im Mediensystem und berät bei strategischen Weichenstellungen im digitalen Wandel. Kramp ist Autor und Herausgeber zahlreicher Fachbücher und Studien zum Wandel von Medien, Journalismus und Gesellschaft.

Dr. Stephan Weichert ist Medienwissenschaftler, Resilienz-Coach für Führungskräfte und Strategieberater. Seit 2020 leitet er das unabhängige VOCER-Institut für Digitale Resilienz, einen gemeinnützigen Think & Do Tank, der Weiterbildung, Beratung und Forschung rund um den souveränen Umgang mit digitalen Medien anbietet. Weichert arbeitet seit über 25 Jahren als Lehrbeauftragter und Professor für digitalen Journalismus (u.a. Universität der Künste, City University of New York, Hamburg Media School, Macromedia University, TU Dortmund). Der Medienexperte berät u.a. Ministerien und Organisationen zu Fragen digitaler Medienkompetenz. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem „Medienethik Award“. Aktuell lehrt und forscht er zum Thema „KI-Resilienz in der digitalen Welt“.
Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Verbund WIR! (Wandel durch Innovation in der Region) – Landvorteil.
Landvorteil ist ein kooperatives Netzwerk aus Akteur:innen der Forschung, Bildung, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft. Das Projekt begreift sich als Experimentierfeld und Treiber für soziale Innovation und nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum. Ländlichkeit gilt hier als klarer Vorteil: Es gibt ausreichend Platz für kreative Ideen und für zukunftsweisende Lebens- und Arbeitsmodelle.
Ziel des Projektes ist es, zukunftsfähige Lebens- und Arbeitskonzepte im ländlichen Raum zu erforschen, zu entwickeln und zu erproben. Durch soziale Innovationen sollen die Potenziale der Ländlichkeit entfesselt und eine enkeltaugliche Region geschaffen werden. Landvorteil arbeitet interdisziplinär und überregional, um den wirtschaftlichen, bildungspolitischen, demographischen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.
Wirkungsraum von Landvorteil ist der Kreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) und der Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern).
LANDVORTEIL ist ein interdisziplinäres Bündnis mit vielfältigen Kompetenzen. Es setzt sich interdisziplinär zusammen, mit Partner:innen aus Verwaltung, Wissenschaft sowie zivilgesellschaftlicher und unternehmerischer Praxis.
Die Bündnispartner:innen stellen aktuell den Kern des Landvorteil-Bündnisses dar. Als ein Ergebnis aus der Konzeptphase wird sich das Bündnis in der Umsetzungsphase entlang der Verbundvorhaben strukturieren. Darüber hinaus wird der Kreis der Partner:innen, einhergehend mit der strategischen Entwicklung des Bündnisses und der Konzeption weiterer Projekte, wachsen.
Im Innovationsatlas soll innerhalb eines Jahres eine Übersicht von verschiedenen bestehenden innovativen Akteur:innen, Initiativen und Orten erarbeitet werden. Die Grundlage für den Innovationsatlas bildet die regionsspezifische Bestandsaufnahme. Hier wird eine empirische Erhebung durchgeführt, bei der die Forschung im Feld und die Einbeziehung der Perspektive von lokalen Expert:innen besondere Relevanz besitzt. Das Forschungsdesign sieht eine Mischung aus Methoden mit qualitativ-empirischen Zugängen wie narrativen Interviews und Feldbeobachtungen vor.
Für die Forschung vor Ort wird der Betrieb von “Gläsernen Forschungsstationen” vorgesehen. Sie werden in Form von zwei mobilen Containern, welche zu Büro- bzw. Workshopräumen umgestaltet sind, an je vier Orten pro Landkreis Station machen. Hier sind die Mitarbeitenden am Projekt sichtbar und niedrigschwellig ansprechbar. Die starke Präsenz vor Ort hat den Vorteil, dass die Forschenden sich einerseits ein direktes Bild von den Innovator:innen in ihrer Lebenswelt und deren Wirken vor Ort machen können. Andererseits lässt sich durch die Präsenz in der Region die Wahrscheinlichkeit erhöhen, auch weniger sichtbare innovative Akteur:innen aufzuspüren.
Durchführende Partner:innen des Projektes Innovationsatlas sind die Technische Hochschule Lübeck, der WandelLand e.V., die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und das Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V.
Im Sinne einer Transformation der Landvorteil-Region hin zu einem sozialen Innovationsökosystem, das auf Dauerhaftigkeit und Zukunftsfähigkeit ausgerichtet ist, ist das Ziel des Vorhabens „ZukunftsMobil” das Herausarbeiten von Rahmenbedingungen und einer lokal angepassten Methodik, die es braucht, um Menschen zu mobilisieren, ihre Region zukunftsfähig mitzugestalten. Ausgehend von den Ergebnissen aus dem “Innovationsatlas” werden lokal angepasst an die Situation kreativ-künstlerisch-ästhetische Methoden, Formate und Instrumente erprobt, die Resonanz-Räume schaffen.
Erforschung partizipativ sinnlich-ästhetischer Erfahrungsräume, um Menschen für sozial-innovative Vorhaben in der Landvorteil-Region zu mobilisieren.
Ziel des Projektes ist es, mit temporären Formaten die Vernetzung zwischen Stadt und Land zu stärken, externe Impulse in die Region zu bringen, die Offenheit für Neues zu erhöhen und die Verbindung zu Wissenschaftsstandorten zu stärken.
Temporär echtes Landleben erfahren: Ko-Kreativ sollen Lösungen für die enkeltaugliche Landvorteil-Region entwickelt und getestet werden.
Das Landvorteil-Bündnis ist Teil des Förderprogramms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Ziel dieser Förderung ist es, durch regionale Bündnisse einen nachhaltigen, innovationsbasierten Wandel in strukturschwachen Regionen zu stärken.