Für mehr Resilienz im Lokalen
Amt Lauenburgische Seen (Pilotregion)
Nach zwei Jahren intensiver Erprobung innovativer Dialogformate in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins startet das VOCER-Institut für Digitale Resilienz gemeinsam mit Code for Hamburg im Rahmen seiner Demokratie- und Dialoginitiative für ländliche Regionen ab September 2025 ein neues Beteiligungsformat: Unter dem Titel „Dorf Dialog Dinner“ kommen Bürger:innen in wechselnden Gemeinden in Schleswig-Holstein zusammen, um beim gemeinsamen Kochen und Abendessen offen über kontroverse gesellschaftliche Fragen zu sprechen.
Unter dem Leitmotiv „Demokratie braucht Begegnung“ stärkt das Projekt die Resilienz des lokalen Gemeinwesens: durch Austausch auf Augenhöhe, durch gemeinsame Erlebnisse – und durch das bewusste Teilen von gemeinsamer Zeit, gutem Essen und wertvollen Gespräche. Es ist ein praktischer Beitrag des VOCER-Instituts zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts dort, wo Demokratie gelebt werden kann: im Alltag, vor Ort, im Austausch miteinander.
In Kooperation mit Code for Hamburg e.V. und mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen der BULEplus-Maßnahme „Soziale Dorfentwicklung“ lädt das VOCER-Institut monatlich zum Dorf Dialog Dinner ein – ein Dialog- und Beteiligungsformat mit Tiefgang und Tellergericht.
Im Zentrum steht eine einfache, aber wirksame Idee: Kochen, essen, diskutieren – und das immer wieder in wechselnden Gemeinden. Als Modellregion dient das Amt Lauenburgische Seen im schleswig-holsteinischen Kreis Herzogtum Lauenburg.
Jede Veranstaltung, die wir in enger Zusammenarbeit mit „People Places Purpose“ zusammen organisieren, bringt Menschen aus allen Teilen der Dorfgemeinschaft zusammen. Nach dem Kochen folgt ein Impuls aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft oder lokaler Praxis – zu Themen wie:
Weitere Themen werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Die Abende fördern nicht nur das Gespräch über lokale Herausforderungen – sie stärken das Vertrauen in demokratische Prozesse und das Miteinander im Ort. Zusätzlich findet vierteljährlich ein Fachworkshop statt, in dem Diskussionen vertieft und neue Impulse gesetzt werden. Die Reihe ist kostenfrei für Gemeinden und Teilnehmende und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen der BULEplus-Maßnahme Soziale Dorfentwicklung gefördert.
12. September 2025
Wie entstehen Orte, die Mut machen und Wandel ermöglichen? Dieser Frage geht Heiko Kolz, Wirtschaftsmacher und Gründer regenerativer Zukunftsorte, in seinem Impuls nach. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass ländliche Gemeinden zu echten Innovationsräumen werden können – wenn sie auf Dialog, gemeinsames Handeln und neue Formen des Miteinanders setzen.
Beim Dorf Dialog Dinner am 12. September berichtet Heiko Kolz aus der Praxis: von inspirierenden Projekten, gelungenen Gemeinschaftsinitiativen und den Herausforderungen, aus alten Strukturen neue Zukunftsorte zu schaffen. Er zeigt, wie offene Dialogformate, gemeinsames Kochen und ehrliche Begegnung nicht nur Brücken bauen, sondern auch Innovationen im ländlichen Raum anstoßen können.
Ein Abend voller Anregungen, Erfahrungen und konkreter Ideen – bei gutem Essen, lebendigem Austausch und der Frage: Wie gestalten wir unsere Dörfer als Zukunftsorte für alle?
Heiko Kolz stellt sich seit Jahren die zentrale Frage: „Wie wollen wir in Zukunft leben, lernen und arbeiten?“ Diese Überzeugung prägt seinen Weg als Unternehmer, Gründer und Gestalter. Vom Handwerk über die Bundeswehr bis hin zum Wirtschaftsstudium – Heikos vielseitige Erfahrungen haben ihn zu einem Macher geformt. Sein Herz schlägt für Entrepreneurship und Mentoring, sei es in der Vergangenheit als Vorstand von ROCK YOUR LIFE! Kiel, als Community-Manager und heute als Initiator, Wirtschaftsmacher neuer Zukunftsorte. Als Gründer der Alsenhof Genossenschaft hat er bewiesen, wie Orte entstehen, die Gemeinschaft, Kreativität und Innovation fördern. Heiko lebt Kooperation und bringt Menschen zusammen – sei es aus der Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft.
26. September 2025
Was bleibt von der Demokratie, wenn die Orte verschwinden, an denen sie gelebt wird? Diese Frage treibt den Soziologen und Autor Rainald Manthe um – und sie ist Titel wie roter Faden seiner Deutschlandreise seit Mitte 2024. Mit seinem Buch „Demokratie fehlt Begegnung“ tourt Manthe durch Städte und Dörfer, um über das zu sprechen, was oft übersehen wird: die Kraft alltäglicher Begegnungsorte – und ihr stilles Verschwinden.
Beim Dorf Dialog Dinner am 26. September berichtet er von seinen Begegnungen mit Politik und Verwaltung, mit engagierten Bürger:innen und stillen Held:innen des Miteinanders. Er erzählt, wie schwer es ist, eine öffentliche Debatte über das Fundament der Demokratie anzustoßen – und welche Rolle Bücher dabei (noch) spielen können.
Ein Abend voller Einsichten, Impulse und Gespräche – bei gutem Essen, ehrlichem Austausch und der Frage: Wie retten wir unsere Orte der Begegnung?
Rainald Manthe ist Soziologe und Autor. Sein Buch „Demokratie fehlt Begegnung. Über Alltagsorte des sozialen Zusammenhalts“ ist 2024 beim transcript Verlag erschienen. Er hat in Duisburg-Essen und Bielefeld studiert und in Luzern über die Rolle transnationaler Treffen sozialer Bewegungen – der Weltsozialforen – promoviert. Auslandsaufenthalte führten ihn nach St. Petersburg, Chicago und Paris. Er hat den Programmbereich „Liberale Demokratie“ beim Berliner Think-Tank Zentrum Liberale Moderne aufgebaut und bis 2023 geleitet. Zuvor hat er bei der Jugendpresse Deutschland e.V. den Schülerzeitungswettbewerb der Länder geleitet. Rainald Manthe schreibt regelmäßig zu den Entwicklungen und Herausforderungen der Demokratie.
11. Oktober 2025
Was wäre, wenn wir das Land nicht länger als Problemzone behandelten – sondern als Zukunftslabor? Genau hier setzt das Bündnis Landvorteil an: Die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Herzogtum Lauenburg haben sich zusammengeschlossen, um ein klares Zeichen zu setzen: Ländliche Räume sind Möglichkeitsräume – vor allem für soziale Innovationen, die aus der Region heraus Antworten auf zentrale Herausforderungen unserer Zeit entwickeln.
Kati Gerstenberg, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei Landvorteil e. V., gibt beim Dorf Dialog Dinner einen Einblick in die gelebte Praxis: Wie koordiniert man ein Netzwerk aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft – quer über Landkreisgrenzen hinweg? Was hat in der Zusammenarbeit getragen – und wo lagen die Stolpersteine? Der Impuls gibt außerdem erste Einblicke in die begleitende Forschung: Was macht Regionen wirklich innovationsfähig? Welche unentdeckten Potenziale schlummern vor unserer Haustür – und wie wecken wir sie gemeinsam?
Ein Abend, der Perspektiven verschiebt. Mit Geschichten aus dem echten Leben. Mit Ideen, die Mut machen. Und mit der entscheidenden Frage: Was ist unser Landvorteil – und wie machen wir mehr daraus?
Kati Gerstenberg ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Landvorteil e.V., einem regionalen Bündnis für zukunftsgerichtete Entwicklung im ländlichen Raum. Im Fokus steht die Überzeugung, dass Ländlichkeit ein echter Standortvorteil ist – insbesondere für soziale Innovationen, die Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen bieten. Das Projekt wird im Rahmen von WIR! („Wandel durch Innovation in der Region“) vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Initiiert wurde Landvorteil durch den Kreis Herzogtum Lauenburg, den Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Wirtschaftsförderung Herzogtum Lauenburg. Unterstützt wird das Bündnis durch ein breites Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
12. Dezember 2025
Dörfer sind mehr als Wohnorte – sie sind Möglichkeitsräume. Doch was hält eine vielfältige Dorfgesellschaft zusammen, wenn Treffpunkte verschwinden, Strukturen erodieren und das Gemeinschaftsgefühl bröckelt? Wie lassen sich Orte des Miteinanders neu denken – als geteilte Räume, die Zugehörigkeit, Teilhabe und Zukunftssinn stiften? Ulrich Bähr setzt genau hier an. Als Vorstand der Genossenschaft CoWorkLand und langjähriger Regionalentwickler beschäftigt er sich mit der Frage, wie neue Orte des Zusammenkommens entstehen können – jenseits von Rathaus, Sportheim und Gemeindesaal.
Beim Dorf Dialog Dinner am 12. Dezember in der Gemeinde Bäk spricht Uli Bähr über „MehrWertOrte“ als Ankerpunkte für soziale Innovation, lokale Ökonomie und demokratische Teilhabe: Räume, die flexibel nutzbar sind, die Begegnung fördern und in gemeinsamer Verantwortung getragen werden. Er verbindet praktische Erfahrung mit visionärer Kraft – und plädiert für eine neue Alltagskultur des Gemeinwesens, gerade im ländlichen Raum. Ein Abend über kreative Raumpioniere, widerständige Dörfer und die Frage, warum geteilte Orte auch geteilte Verantwortung bedeuten – bei gutem Essen, offenem Gespräch und dem Mut, neue Allianzen zu denken.
Ulrich Bähr ist Kulturwissenschaftler und Vorstand der CoWorkland eG. Er hat in Kiel, Berlin und Moskau Semiotik, Medienwissenschaft und Slavistik studiert. Die Entwicklung des Internets zum Bildungs-Leitmedium gestaltete er erst als Entwickler von Medienkompetenzangeboten für Volkswagen mit, später als Gründer einer Agentur für digitale Bildungsangebote. Für seine Arbeit wurde er u. a. mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Die Arbeit in der Nachhaltigkeits- und politischen Bildung führte ihn zur Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, wo er für die Themen digitale und ländliche Transformation verantwortlich war. 2018 startete er die Initiative „CoWorkLand“, aus der eine bundesweite Genossenschaft entstand und deren Vorstand er ist.
23. Januar 2026
Die Zivilgesellschaft ist kein Selbstläufer. Gerade in ländlichen Räumen hängt sie von Menschen ab, die sich einmischen – oft unbemerkt, oft unter schwierigen Bedingungen. Doch was braucht es, damit Engagement vor Ort gelingt? Und was, wenn es um mehr geht als Nachbarschaftshilfe – nämlich um Teilhabe, politisches Selbstverständnis und demokratische Resilienz?
Siri Hummel bringt diese Fragen auf den Punkt. Als Direktorin des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft forscht und publiziert sie seit vielen Jahren zu bürgerschaftlichem Engagement, Gemeinwohlorientierung und dem Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft. Beim Dorf Dialog Dinner am 12. Dezember 2025 lädt sie zu einem pointierten Impuls über Chancen und Spannungen zivilgesellschaftlicher Arbeit – gerade außerhalb der urbanen Zentren. Im Fokus: die „Kraft der Vielen“, das politische Potenzial von Engagement und die Frage, welche Rolle Philanthropie künftig spielen sollte.
Ein Abend über die politischen Seiten des Ehrenamts, über neue Allianzen und unbequeme Wahrheiten – bei gutem Essen, ehrlichem Austausch und der Einladung zum Mitgestalten.
Dr. Siri Hummel ist Direktorin des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft, Politikwissenschaftlerin sowie Expertin für Demokratie, Zivilgesellschaft, Gleichstellung und Stiftungsforschung. Sie promovierte 2018 an der Universität Greifswald zur Demokratieförderung durch Stiftungen, war zuvor von 2011 bis 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald und ist Lehrbeauftragte für Nonprofit Management an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.
Das „Dorf Dialog Dinner“ ist ein Projekt von Code for Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem VOCER-Institut für Digitale Resilienz / DIALODGE.
Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Regionale Projektpartner
Regionale Unterstützer:innen
Die DIALODGE-Bildungsprogramme für den ländlichen Raum von VOCER werden außerdem unterstützt von:
Sie möchten mit Ihrer Gemeinde im Herzogtum Lauenburg Gastgeber eines „Dorf Dialog Dinners“ werden? Gerne sprechen wir mit Ihnen über einen möglichen Termin – persönlich, telefonisch oder digital.
Dr. Stephan Weichert
Projektkoordinator und Direktor VOCER-Institut für Digitale Resilienz